Zum Fass

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Wohnhaus mit ehemaliger Gaststätte „Zum Fass“, 2011

Die ehemalige Gaststätte „Zum Fass“ befand sich in der Potsdamer Innenstadt, in der Charlottenstraße 22. Das Lokal, welches als letzte noch Gerichte mit Pferdefleisch servierte, wurde 2017 geschlossen. Nun befindet sich hier das italienische Restaurant „Rosso Giacomino“.


Geschichte

Das Wohnhaus wurde 1781 von Georg Christian Unger als sogenanntes Bürgerpalais erbaut. Im Hof befand sich eine Rossschlächterei.

Nach dem 2. Weltkrieg erwarb Richard Denkewitz die Schlächterei. Er ließ die historische Rokokofassade originalgetreu restaurieren. Seine Ehefrau, Liselotte Denkewitz, eröffnete 1963 eine Gaststätte an der Ecke Hermann-Elflein-Straße und Brandenburger Straße. Hier wurde unter anderem das Pferdefleich aus der Schlächterei ihres Gatten angeboten. Dieses Lokal mußte aber 1975 geschlossen werden, da die Brandenburger Straße nach historischen Vorbild saniert und in eine Einkaufs- und Flaniermeile umgestaltet wurde. Daraufhin richtete die Gastwirtsfamilie ihr Lokal in der Charlottenstraße ein. Die Innenräume wurden mittels viel Holz und einem Pferdekopf so umgestaltet, daß diese an einen Pferdestall erinnerten. Auch ein großes Faß wurde aufgestellt. Der gängige Name „Zum Fass“ wurde Kult. Bis in die 1960er Jahre schlachtete die Familie noch selbst. Der freigewordene Platz im Hof wurde zu einem Biergarten umgebaut. Sehr begehrt waren die hausgemachten Pferdeknacker.

Zum Ende des Jahres 2017 wurde das „Fass“ von Mareike Metz, der Enkelin von Richard Denkewitz, geschlossen. Damit endete eine lange Tradition und gleichzeitig die letzte Gaststätte in der Innenstadt, die es bereits während der DDR-Zeit gab und zudem auch die letzte gastronomische Einrichtung der Landeshauptstadt, in der Pferdefleisch angeboten wurde.

Inzwischen ist in dem Lokal ein italienisches Restaurant mit den Namen „Rosso Giacomino“ eröffnet worden. Das Ehepaar Domenico und Cinzia Giacomino kommt aus Perugia, einer Partnerstadt Potsdams. Die Inneneinrichtung verbreitet italienischen Charme und die Speisen werden nach alten Familienrezepten zubereitet. Auf Gerichte wie Spaghetti Bolognese oder Pizza wird hier bewußt verzichtet. Auch der Hofgarten wird weiterhin gastronomisch genutzt. Neben verschiedenen Kräutern wurde auch ein Zitronenbäumchen angepflanzt, was den italienischen Flair der Lokalräume auch nach draußen fortführt.

Quellen