Winzerberg: Unterschied zwischen den Versionen

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An den oberen Hangmauern wurden Brüstungen und eine Pergola - ein raumbildender Säulengang - errichtet. Die Glasfassade zum Schutz der Obstbäume wurde erneuert, und das Mauerwerk mit Ziegeln aufgefüllt, jedoch nicht verputzt.  Der Bacchus-Kopf der Treppe und die Säulenkapitelle der Pergola wurden nach einer speziellen Betonbautechnologie gefertigt, die heutzutage nicht mehr bekannt ist.
 
An den oberen Hangmauern wurden Brüstungen und eine Pergola - ein raumbildender Säulengang - errichtet. Die Glasfassade zum Schutz der Obstbäume wurde erneuert, und das Mauerwerk mit Ziegeln aufgefüllt, jedoch nicht verputzt.  Der Bacchus-Kopf der Treppe und die Säulenkapitelle der Pergola wurden nach einer speziellen Betonbautechnologie gefertigt, die heutzutage nicht mehr bekannt ist.
  
1944 wurde auf Befehl des Bauministers Speer eine Luftschutzanlage gebaut, die jedoch nicht fertiggestellt werden konnte.
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1944 wurde auf Befehl des Bauministers [[Speer, Albert|Albert Speer]] durch die ihm unterstellte Organisation Todt eine Luftschutzanlage gebaut, die jedoch nicht vollständig fertiggestellt werden konnte. Es wruden drei Stollen in den Berg getrieben. Der größte, der Augustastollen, ging 60 bis 100 Meter tief in den Berg. Bei Fliegeralarm fanden in dem Stollen bis zu 300 Menschen Platz.
  
Nach 1945 wurden die Stollen im Winzerberg mit Trümmern des Luisenplatzes und der Umgebung zugeschüttet.
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Nach 1945 wurde versucht die Stolen zu sprengen, jedoch wurde nur der Eingangsbereich verschüttet. Außerdem wurden Teile des Stollen im Winzerberg mit Trümmern des Luisenplatzes und der Umgebung verfüllt.
  
 
Danach überwucherte der Winzerberg stetig, was auch den Zerfall der Terrassenanlage zur Folge hatte. Um etwas Abhilfe zu schaffen wurde 1980 die Wasserleitung gekappt.
 
Danach überwucherte der Winzerberg stetig, was auch den Zerfall der Terrassenanlage zur Folge hatte. Um etwas Abhilfe zu schaffen wurde 1980 die Wasserleitung gekappt.

Version vom 1. August 2006, 09:23 Uhr

Als Erweiterung der Schlossanlage von Sanssouci sollte ab 1763 unterhalb des Mühlenberges eine neue Terrasse entstehen: der Winzerberg. Zu dieser Zeit befand sich auf dem Mühlenberg eine Lehmbaugrube. Mit dem Bau wurde der Architekt Johan Lucas von Hildebrandt beauftragt. Unterhalb der Stützmauern wurden massive Pfeiler gesetzt, zwischen denen sich ein Bogen spannte. Dieser Bogen wurde mit Erde unterfüllt, um den Druck vom Gemäuer zu nehmen. Diese Konstruktion ist aufwendig, aber materialsparend.

Die Mauern waren ca. 300 Meter lang. Sie wurden ab 1764 mit verschiedenen Obstsorten bepflanzt. Diese wurden von einer Glasfassade geschützt.

Bei ersten Sanierungsarbeiten 1790-1794 wurden Steinschwellen eingesetzt. 1849 wurde von Hesse ein Winzerhaus errichtet. Für Friedrich Wilhelm IV. wurde der Winzerberg 1850-1851 nach Plänen von Stüler durch das Triumphtor aufgewertet.

Der Landschaftsarchitekt Lenné führte 1848 mehrere Veränderungen am Winzerberg durch.

Vor dem unteren Terrassenabsatz wurden ein Sichtmauerwerk und ein Treppenaufgang errichtet. An der Treppe befindet sich ein großer Bacchus-Kopf. Bacchus ist der römische Gott der Fruchtbarkeit und des Weines. Es wurden Sklupturen-Nieschen gebaut, in denen sich Zinkabgüsse von antiken Statuen befanden.

An den oberen Hangmauern wurden Brüstungen und eine Pergola - ein raumbildender Säulengang - errichtet. Die Glasfassade zum Schutz der Obstbäume wurde erneuert, und das Mauerwerk mit Ziegeln aufgefüllt, jedoch nicht verputzt. Der Bacchus-Kopf der Treppe und die Säulenkapitelle der Pergola wurden nach einer speziellen Betonbautechnologie gefertigt, die heutzutage nicht mehr bekannt ist.

1944 wurde auf Befehl des Bauministers Albert Speer durch die ihm unterstellte Organisation Todt eine Luftschutzanlage gebaut, die jedoch nicht vollständig fertiggestellt werden konnte. Es wruden drei Stollen in den Berg getrieben. Der größte, der Augustastollen, ging 60 bis 100 Meter tief in den Berg. Bei Fliegeralarm fanden in dem Stollen bis zu 300 Menschen Platz.

Nach 1945 wurde versucht die Stolen zu sprengen, jedoch wurde nur der Eingangsbereich verschüttet. Außerdem wurden Teile des Stollen im Winzerberg mit Trümmern des Luisenplatzes und der Umgebung verfüllt.

Danach überwucherte der Winzerberg stetig, was auch den Zerfall der Terrassenanlage zur Folge hatte. Um etwas Abhilfe zu schaffen wurde 1980 die Wasserleitung gekappt.

1996 wurden die Stollen besichtigt und die Statik des Berges überprüft. Hohlstellen wurden aufgefüllt.


Der Winzerberg gehört heute der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Da diese nicht genug Geld zur Restaurierung hat, kümmert sich seit 2004 ein Förderverein um dieses Anliegen. Es ist geplant den Winzerberg innerhalb von zehn Jahren zu restaurieren. Zu diesem Zweck mussten die Terrassen gerodet werden, brauchbare Reste vom Mauerwerk wurden gesichert.

2005 wurden die östliche Umschließungsmauer und das Triumphtor restauriert.