Pomonatempel

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Der Pomonatempel, im Frühling 2005

Der Pomonatempel, auch „Temple de Pomona“ (zu deutsch: „Tempel der Pomona“) genannt, befindet sich am Südhang des Pfingstberges unterhalb des Belvederes, in der Nauener Vorstadt von Potsdam.

Geschichte

Auf dem damals so bezeichneten Judenberg befand sich einst ein großer privater Weingarten. Dieser war seit 1777 Eigentum von Samuel Gerlach, Rektor der Großen Stadtschule. Auf einer Karte (Humbertscher Plan) von 1799 ist bereits ein massives Lusthaus mit dem Namen "temple de Pomone" eingezeichnet. Der Geheime Rat Carl Ludwig von Oesfeld, Ehemann der Tochter Gerlachs, ließ ab 1800 Verschönerungsarbeiten am Weinberg durchführen. Dazu beauftragte er den erst neunzehnjährigen Karl Friedrich Schinkel (1781–1841) mit dem Neubau des „temple de Pomona“.

Der im Jahr 1801 fertiggestellte Pomonatempel gilt als erstes ausgeführtes Bauwerk des jungen Architekten Schinkel. De "Termpel" besteht aus einem fast quadratischen Raum mit einem nach Süden ausgerichteten, durch vier ionische Säulen getragenes Vordach. Auf der Rückseite des Hauses befindet sih ein runder Treppenturm, der den Aufstieg zum Flachdach ermöglicht. Von hier wird dem Besucher ein herrlicher Rundblick über Potsdam ermöglicht. Ein besonderes Augenmerk ist das vermutlich erst im Jahr 1817 errichtete Sommerzeltdach, das sich bei Teegesellschaften oder anderen Anlässen über die Dachterrasse spannen lässt. Das Bauwerk wurde nach dem Vorbild eines griechischen Tempels, der Nordfassade des Erechtheions auf der Akropolis von Athen, errichtet. Benannt ist es aber nach der Göttin des Obstsegens. Ihr Name, Pomona, leitet sich vom lateinischen Wort „pomum“ ab, was übersetzt „Baumfrucht“ oder „Obstfurch“ bedeutet.

Der einst völlig verfallene Pomonatempel wurde in den Jahren 1992 und 1993 restauriert und ist seit dem wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Es war die erste Baumaßnahme auf dem Pfingstberg nach der Wende. Der Wiederaufbau erfolgte mit Geldern aus der Hermann-Reemtsma-Stifung.

Weblinks

Quellen