Margarete von Tirol

Aus PotsdamWiki
Wechseln zu:Navigation, Suche
Margarethe von Tirol

Margarete von Tirol-Görz, genannt Maultasch, (* 1318 in Tirol; † 3. Oktober 1369 in Wien) war durch Heirat Herzogin von Bayern und Markgräfin von Brandenburg.

Geschichte

Margarete war die Tochter von Heinrich, Herzog von Kärnten und Graf von Tirol und Görz, und dessen Gemahlin Adelheid.

Margarete wurde 1330 mit Johann Heinrich, dem Bruder des späteren Kaisers Karl IV. von Böhmen, vermählt. Beide Kinder (Johann war vier Jahre jünger) waren sich von Anfang an unsympathisch. Johann schikanierte seine Gemahlin und war ihr gegenüber handgreiflich. Außerdem entwickelte er sich zum Frauenhelden, unterließ es aber, die Ehe mit Margarete auch im Bett zu vollziehen. Margarete vertrieb im November 1341 mit Hilfe ihrer Räte Johann Heinrich aus Tirol. Darüber hinaus veröffentlichte sie, daß ihre Ehe nie geschlechtlich vollzogen wurde und somit ungültig sei. Als Margarete am 10. Februar 1342 in Anwesenheit des Kaisers dessen Sohn Ludwig I. von Bayern-Brandenburg heiratete, erkannte Papst Clemens VI. aus politischen und kirchenrechtlichen Gründen die Ungültigkeit Margaretes erster Ehe nicht an. Dennoch entstammten aus der Ehe zwischen Margarete und Ludwig vier Kinder.

Johann Heinrich soll Margarete den Beinamen „Maultasch“ (soviel wie „Hure, liederliches Weib“) gegeben haben. Andere Vermutungen deuten auf den Lieblingsaufenthaltsort Margaretes hin, der Burg Neuhaus in Terlan. Diese wurde im Volksmund „Schloss Maultasch“ genannt, nach der unterhalb der Burg gelegenen Zollstation "mala tasca" (Mausefalle).

Da Kaiser Karl IV. zu diesem Zeitpunkt immer noch keine männlichen Nachfolger hatte. Bewog er Johann Heinrich beim Past um die Aufhebung seiner Ehe mit Margarete, da Johnn sonst nicht wieder heirateten konnte. Am 21. Juli 1349 wurde endlich die erste Ehe Margaretes rechtmäßig geschieden. Die Anerkennung der Ehe Margaretes mit Ludwig wurde beiden jedoch noch verwehrt. Es sollte noch zehn Jahre dauern, bis sich endlich die Kirche dazu bereit erklärte, den Bann zu lösen.

Nach dem überraschenden Tod Ludwigs 1361 und ihres Sohn Meinhard III. zwei Jahre später überschrieb Margarete das Herzogtum Tirol ihrem nächsten Verwandten, Rudolf IV. von Habsburger. Ihre letzten Jahre verbrachte Margarete in Wien. Sie wurde in der Wiener Minoritenkirche beigesetzt.

Quellen