Kaufhaus Karstadt

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Das Stadtpalais, um 2007

Das Kaufhaus Karstadt – auch Stadtpalais genannt – befindet sich in der Innenstadt von Potsdam, in der Brandenburger Straße Nummer 49–52.

Geschichte

Kaufhaus Karstadt, um 1920

Die Ursprünge des Geschäfts gehen auf das Jahr 1877 zurück. Damals betrieb F. Schwarz ein Meter- und Textilwarengeschäft, nebenan Magda Hirsch, geb. Schwarz, ein Wollen-, Tricotagen und Posamentier-Geschäft. Bereits um das Jahr 1905 vergaben die Eigentümer den Auftrag für einen Neubau eines Kaufhauses auf den Grundstücken 50 und 51, wahrscheinlich an den Architekten Carl Schmanns. Es erfolgte ein Neubau im Stile des Jugendstils, für den die beiden barocken Typenhäuser abgerissen wurden. 1913 erfolgte die Erweiterung um die Grundstücke 49 und 52 zu einem Ganzen. 1922 wurde die Firma F. Schwarz in die Firma „Paul Lindemann & Co.“ als Aktiengesellschaft umgewandelt. Paul Lindemann war Vorstandsmitglied der Karstadt AG und im Zuge der Arisierung aus dem Vorstand entlassen. 1937 erfolgte die "Entschandelung" des Gebäudes vom Jugendstil. Das heißt, die Fassade verlor ihren stilprägenden Stuck verlor. Zwei Jahre später – im Jahr 1931 – übernahm die damalige „Rudolph Karstadt AG“ das Stadtpalais und eröffnet eine eigene Filiale.

Am 3. April 1946 vereinigten sich die Kreisparteiorganisationen der KPD und der SPD im Stadtpalais zur SED. Dies geschah vor dem eigentlichen gemeinsamen Vereinigungsparteitag in der Sowjetischen Besatzungszone am 21. und 22. April in Berlin, sowie vor der Vereinigung der Landesparteien am 7. April in der Theaterklause und ehemaligen Hans-Otto-Theater.

Nach der Enteignung des Karstadt-Konzerns in der sowjetischen Besatzungszone und Übertragung an die Konsumgenossenschaft beherbergte der Bau das Warenhaus „Konsument“, welches nach der Wiedervereinigung mit einem Zehnjahresvertrag zwischen Konsum und Horten von Horten betrieben wurde. Nach einem Dachstuhlbrand im Jahr 1995 wurde das Kaufhaus geschlossen, Karstadt klagte auf Restitution des Eigentums. Nach umfassendem Umbau konnte das Kaufhaus 2003 wiedereröffnet werden.

Nicht mehr vorhandene Gedenktafel zur Erinnerung der Vereinigung der KPD und SPD Potsdam

Die Karstadt-Filiale im Stadtpalais, wurde am 10. März 2005 eröffnet. Auf vier Etagen gibt es insgesamt 12.500 Quadratmeter Fläche, davon 10.600 Quadratmeter Verkaufsfläche. Der Umbau des Gebäudes unter Denkmalschutzauflagen im historischen Stadtkern dauerte 16 Monate und kostete 50 Millionen Euro. Zudem gibt es ein Parkhaus in der Nähe, welches 475 Autostellplätze hat. An das einstige Jugendstilkaufhaus erinnert heute noch der imposante Lichthof, der sich über vier Etagen erstreckt, die von gusseisernen Stützen getragen werden.

Ein zu DDR-Zeiten eingerichteter Anlieferungshof, für den zwei barocke Typenhäuser abgerissen worden waren, wurde zurückgebaut und durch Neubauten ersetzt, die auf die historischen Grundstücksgrößen Rücksicht nehmen.

Im März 2006 arbeiteten in dem Kaufhaus etwa 200 Menschen, davon beschäftigt Karstadt etwa 120 Angestellte, die sich 85 Stellen teilen.

Weitere Details

Der Konzern selbst ist in dem von der Eschgruppe errichteten Haus nur Mieter. Der nicht von Karstadt genutzte Raum wird an andere Geschäfte vermietet.

Das Beleuchtungs-Konzept, die Wegeführung auf den Etagen, der Flächenbesatz, die Warenpräsentation und Wareninszenierung sind nach funktionalen und emotionalen Kriterien umgesetzt worden.

Quellen