Karl Wilhelm Will

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Karl Wilhelm Will (* 12.April 1853 in Gießen; † 30.Dezember 1919 in Berlin) war ein deutscher Chemiker. Als Direktor der Zentralstelle für wissenschaftliche-technische Untersuchungen in Neubabelsberg war er maßgeblich an der Entwicklung und Verbesserung von Explosivstoffen beteiligt.

Geschichte

Nach Absolvierung des Gymnasiums nahm Karl Wilhelm Will an der Gießener Universität ein Studium der Naturwissenschaften auf. Im Jahr der Promotion 1876 erwarb er zusätzlich noch das Staatsexamen für das höhere Lehramt. Sein Weg führte ihn daraufhin an das chemische Institut der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin, wo er zuerst als Vorlesungsassistent und ab 1880 als Leiter der Analytischen Abteilung tätig wurde. Seine Habilitation erfolgte 1873. Dabei zählten die analytische Chemie, die physikalische Chemie und ausgewählte Themen der organischen Chemie zu seinen Vorlesungsthemen.

Auf Grund seiner wissenschaftlichen Leistungen wurde Karl Wilhelm Will 1888 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Im darauffolgenden Jahr wechselte er an die Zentralversuchsstelle für Explosivstoffe des preußischen Kriegsministeriums, als dessen geschäftsführender Leiter er 1893 eingesetzt wurde. Fast zeitgleich wurde er wegen des speziellen Forschungsgegenstandes, nicht-ständiges Mitglied des Kaiserlichen Patentamtes sowie lebenslanges Ausschussmitglied im Vorstand des Deutschen Museums in München. In den folgenden Jahren wurden nicht nur der Forschungsgegenstand der Zentralversuchsstelle immer stärker auf die Bearbeitung militärischer Themen ausgerichtet, sondern auch mehrfach die genaue Bezeichnung, von Versuchsstelle für Sprengstoffe 1896, zu Militärversuchsamt 1897 verändert. Im gleichen Jahr wurde er der Direktor. Aber bereits nach einem Jahr gab er diese Stelle auf und wechselte als Direktor in eine neu geschaffene Institution am Standort Neubabelsberg. Dabei handelte es sich um die Zentralstelle für wissenschaftlich-technische Untersuchungen, die als Forschungsinstitut der deutschen Sprengstoff- und Munitionsindustrie, mit den Geldern der dazu gehörenden Unternehmen, die Tätigkeit aufgenommen hatte. Auch hier lag der Forschungsschwerpunkt in der Entwicklung und Verbesserung von Explosivstoffen.

Die nach wie vor enge Verknüpfung Karl Wilhelm Wills mit den politischen Machtstrukturen des Kaiserreichs verdeutlicht seine Ernennung 1904 zum Geheimen Regierungsrat. Einer seiner bevorzugten Forschungsthemen war die Herstellung von Nitrocellulose statt aus Baumwolle, die deutlichen Abhängigkeiten bei der Beschaffung unterlag, durch den verfügbaren Rohstoff Holz zu ersetzen. Das damit eng verbundene Thema von „Untersuchungen zur Prüfung und Stabilisierung der Nitrocellulose“ erhielt 1910 auf der Weltausstellung in Brüssel einen Grand Prix. Einen doppelten Grand Prix erhielt er ein Jahr später auf der Weltausstellung in Turin für seine Untersuchungen zur „Vermeidung von Grubenexplosionen im Bergbau“.

Mit Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 unterstellte er das Neubabelsberger Institut der Obersten Heeresverwaltung da er im Range eines Hauptmanns mobilisiert und an der Ostfront eingesetzt wurde. Auf Veranlassung des Nobelpreisträgers Emil Fischer (1852-1919) wurde Karl Wilhelm Will noch im November 1914 von dort zurückbeordert und bis Kriegsende bei der Artillerieprüfungskommission eingesetzt.

Karl Wilhelm Will verstarb am 11. Mai 1919 in Berlin.

Publikationen

  • Der Fortschritt der Sprengtechnik seit der Entwicklung der organischen Chemie. Berlin 1904
  • Über technische Methoden der Sprengstoffprüfung. Halle an der Saale 1906
  • Über Glycerin-Nitrate. Berlin 1908

Weblinks

Literatur

  • Friedrich Lenze: Wilhelm Will †. In: Zeitschrift für angewandte Chemie. 33. Jahrgang. Ausgabe 34 vom 27. April 1920, S. 101/102
  • Bernhard Lepsius: Wilhelm Will: Ein Gedenkblatt. In: Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft. 54. Jahrgang. Ausgabe 9 vom 15. Oktober 1921, S. A204–A268