Herbert Ritter: Unterschied zwischen den Versionen

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* „Plötzlich peitschten Schüsse“ – Artikel in der ''[[Märkische Volksstimme|Märkischen Volksstimme]]'', Ausgabe 762, vom 6. November 1981
 
* „Plötzlich peitschten Schüsse“ – Artikel in der ''[[Märkische Volksstimme|Märkischen Volksstimme]]'', Ausgabe 762, vom 6. November 1981
 
* „Besonders jetzt tu deine Pflicht!“ – Kurze biografische Darstellungen über antifaschistische Widerstandskämpfer, die in der Stadt und im Kreis Potsdam lebten und wirkten; Herausgeber: Kreiskomitee Potsdam der Antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR, 1988
 
* „Besonders jetzt tu deine Pflicht!“ – Kurze biografische Darstellungen über antifaschistische Widerstandskämpfer, die in der Stadt und im Kreis Potsdam lebten und wirkten; Herausgeber: Kreiskomitee Potsdam der Antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR, 1988
* [http://www.fraktion-die-andere.de/files/ka_10_531_gedenkenherbertritter.pdf Gedenken an Herbert Ritter] (PDF, ≈ 71 KB) – öffentliche Anfrage an den Oberbürgermeister von der Fraktion ''Die Andere'', vom 5. Juli 2010
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* [http://www.fraktion-die-andere.de/files/ka_10_531_gedenkenherbertritter.pdf Gedenken an Herbert Ritter] (PDF, ≈ 71 KB) – Kleine Anfrage an den Oberbürgermeister von der Fraktion ''Die Andere'', vom 5. Juli 2010
 
* [http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11939271/60709/Erinnerung-an-Herbert-Ritter-Die-Entdeckung-einer-Gedenktafel.html Die Entdeckung einer Gedenktafel - Erinnerung an Herbert Ritter] – Artikel bei der ''[[Märkische Allgemeine Zeitung|MAZ]]'', vom 13. November 2010; siehe auch gedruckte Ausgabe vom 13./14. November 2010
 
* [http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11939271/60709/Erinnerung-an-Herbert-Ritter-Die-Entdeckung-einer-Gedenktafel.html Die Entdeckung einer Gedenktafel - Erinnerung an Herbert Ritter] – Artikel bei der ''[[Märkische Allgemeine Zeitung|MAZ]]'', vom 13. November 2010; siehe auch gedruckte Ausgabe vom 13./14. November 2010
  
 
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Version vom 23. November 2010, 12:29 Uhr

Herbert Ritter, um 1929

Herbert Ritter (* 27.4.1914, in Nowawes; † 12.11.1931, in Nowawes) war aktives Mitglied in der Nachwuchsorganisation der KPD, dem Kommunistischen Jugendverband Deutschlands (KJVD), und wurde im Alter von 17 Jahren, von dem Nationalsozialisten Günter Güstrau ermordet. Er war damit das erste Opfer des Faschismus in Nowawes.

Geschichte

Datei:Herbert ritter.jpg
Die Grabstätte von Herbert Ritter, 2010, mit der verwitterten Inschrift: Herbert Ritter // Jungkommunist // Geboren am // 27. April 1914 // Ermordet am // 12. November // 1931

Herbert Ritter wurde am 27. April 1914 in der damaligen Marienstraße 33 (heute Semmelweisstraße) in Nowawes, geboren. Sein Vater war Kutscher, später Kohlearbeiter und seine Mutter Hausfrau. Herbert war das dritte Kind der Familie.

Ritter besuchte die Volksschule und begann im Jahr 1929 eine Schmiedelehre. Dort war er den Schikanen und Schlägen seines Meisters ausgesetzt. Daher brach Ritter mit Hilfe einiger Freunde aus dem KJVD die Ausbildung ab und arbeitete von nun an für das Neuendorfer Maschinenbauunternehmen Orenstein & Koppel.

1930 wurde Herbert selbst aktives Mitglied im Kommunistischen Jugendverband von Nowawes. Der Ort war zur damaligen Zeit bekannt als das Rote Nowawes und stand im Konflikt mit dem konservativ-preußischen Nachbarn Potsdam. Im Sog der immer schwächer werdenden Weimarer Republik kam es auch in Nowawes zu Auseinandersetzungen zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten. Herbert Ritter fiel diesen zum Opfer. Am 12. November 1931 kam er von einer Veranstaltung der Jungkommunisten. Auf dem Heimweg wurde er von Günter Güstrau, einem Mitglied der faschistischen Sturmabteilung (SA) auf dem Friedrich-Kirch-Platz niedergeschossen.

Am 19. November 1931 wurde Herbert Ritter auf dem Friedhof in der Großbeerenstraße (Großbeerenstraße Nr. 81–83) beigesetzt. Trotz Verbotes kamen hunderte Arbeiter zu seiner Beisetzung. Unter anderem sprach am Grab von Herbert Ritter auch der damalige Vorsitzende des Kommunistischen Jugendverband von Deutschland (KJVD), Artur Becker, über die notwendige Einheit der Arbeiterklasse zur Abwendung der faschistischen Gefahr. Die Ortsgruppen der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und des KJVD sammelten Geld und ließen einen Grabstein für Herbert Ritter errichten. Der Entwurf stammte von Walter Klausch. In den Grabstein war ein fünfzackiger Stern aus Kupfer eingearbeitet. Anfang 1933 – nach der Machtergreifung Hitlers – wurde das Grab Herbert Ritters von den Faschisten geschändet und der Grabstein zerstört.

Gedenk- und Erinnerungsstätten

Am 27. April 1974 wurde zu Ehren seines 60. Geburtstages ein neuer Grabstein eingeweiht. Im gleichen Jahr wurde zudem das ehemalige Rathaus von Babelsberg – das Kulturhaus „Herbert Ritter“ – nach ihm benannt. Bereits 1946 wurde die damalige Kirchstraße in Herbert-Ritter-Straße umbenannt.

Herbert-Ritter-Plakette der FDJ. Nicht zu sehen die Rückseite mit der Aufschrift: Für die kommunistische Erziehung der Jugend. Darunter das Wappen der FDJ.

Weitere Stätten der Erinnerung in Potsdam waren:

  • Plakette der Freien Deutschen Jugend (FDJ) für hervorragende Leistungen im Jugendverband in Potsdam
  • Kindergarten „Herbert Ritter“ in der Karl-Liebknecht-Straße 134, neben den ehemaligen Kulturhaus „Herbert Ritter“
  • PGH (Produktionsgenossenschaft des Handwerks) des Maurer-, Zimmerer- und Fliesenlegerhandwerks „Herbert Ritter“ in der ehemaligen Herbert-Ritter-Straße 9 in Babelsberg
  • Herbert-Ritter-Oberschule in der Gluckstraße in Babelsberg (heute Karl-Hagemeister-Grundschule)
  • FDJ-Grundorganisation „Herbert Ritter“ im Staatsarchiv Potsdam

Am 12. November 2010 wurde während des Gedenkens an seine Ermordung von Anhängern des SV Babelsberg 03 und Mitgliedern der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) die verschollen geglaubte Gedenktafel am Gebäude des Bildungszentrums der IHK Potsdam freigelegt. Sie befand sich unter dem Namensschild dieser Einrichtung.

Quellen

  • „Gedenk- und Erinnerungsstätten der Arbeiterbewegung in der Stadt und im Kreis Potsdam“ – Autoren: Kurt Adamy, Heinz Jordan und Jutta Kirst; Veröffentlicht in: Potsdam; Veröffentlichungsjahr: 1976; FuG 31-31-76 8.476; LAG955 (bei www.zvab.com oder www.antiquariat.de)
  • „Plötzlich peitschten Schüsse“ – Artikel in der Märkischen Volksstimme, Ausgabe 762, vom 6. November 1981
  • „Besonders jetzt tu deine Pflicht!“ – Kurze biografische Darstellungen über antifaschistische Widerstandskämpfer, die in der Stadt und im Kreis Potsdam lebten und wirkten; Herausgeber: Kreiskomitee Potsdam der Antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR, 1988
  • Gedenken an Herbert Ritter (PDF, ≈ 71 KB) – Kleine Anfrage an den Oberbürgermeister von der Fraktion Die Andere, vom 5. Juli 2010
  • Die Entdeckung einer Gedenktafel - Erinnerung an Herbert Ritter – Artikel bei der MAZ, vom 13. November 2010; siehe auch gedruckte Ausgabe vom 13./14. November 2010