Große Stadtschule

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Der Balkon der Großen Stadtschule, Anfang 2008

Die Große Stadtschule befindet sich in der Friedrich-Ebert-Straße 17.

Über dem Portal befindet sich ein großer Balkon mit schmiedeeisernem Gitter, in das die vergoldeten Initialen von Friedrich II. eingearbeitet sind: FR steht für Fridericus Rex – was auf Lateinisch für König Friedrich steht.

Geschichte

Die Große Stadtschule wurde am 18. August 1739 eingeweiht als Grande Ecole. Das Gebäude verfügte über einen Saal für Prüfungen und Festlichkeiten, vier Klassenzimmer und vier Wohnungen.

Bei der Großen Stadtschule handelte es sich um eine weiterführende Bildungseinrichtung mit der Aufgabe, die Schüler auf ein Studium an der Universität vorzubereiten. Die damaligen Grundschulen hießen Elementarschulen – so gab es neben der Großen Stadtschule auch eine Heiliggeist-Elementarschule und eine Garnisonschule für Soldatenkinder. Des weiteren gab es noch so genannte Winkelschulen, die ein geringes Schulgeld forderten und an denen oftmals gering qualifizierte Lehrer unterrichteten.

Die Schüler trugen eine Schulkleidung, die Jüngeren kurze Jacken, die Älteren Rockschöße und Dreispitz.

Da die Große Stadtschule nicht ausgelastet war, ließ Friedrich II. in dem Gebäude im Jahr 1744 auch eine Pagenschule einrichten. Im Jahr 1787 gab die Pagenschule wieder diesen Standort auf.

Im 19. Jahrhundert bekam die Große Stadtschule den Status eines Gymnasiums. Einer der ersten, der hier im Jahr 1844 sein Abitur machte war, der Revolutionär Max Dortu. Der Sohn eines Potsdamer Justizrates wurde im Jahr 1884 beim Badischen Aufstand als Verräter erschossen. Heute trägt eine Straße in Potsdam den Namen Dortustraße.

Weitere bedeutende Schüler waren August Friedrich Eisenhart, erfolgreicher Kolonialwarenhändler und Mäzen, der Hofbaurat Heinrich Conrad Manger sowie der Dramatiker Heinrich von Kleist.

Bis in Jahr 1812 war die Große Stadtschule ein Lyceum – eine Art gehobene Mittelschule. Danach erhielt sie den Status eines Gymnasiums und konnte jetzt den Absolventen die allgemeine Hochschulreife verleihen. Einer der Lehrer am Gymnasium war der Philologe Ferdinand Helmholtz, der Vater des 1821 geborenen Hermann Ludwig Ferdinand Helmholtz. Dieser besuchte auch selbst die Schule und wurde später Professor für Physik an der Berliner Universität. Hermann von Helmholtz erwarb sich durch hervorragende wissenschaftliche Arbeiten höchste Anerkennung, er wurde im Jahr 1888 Präsident der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt.

Die Große Stadtschule beherbergte bis zum Schuljahr 1998/1999 die Grundschule 15. Diese wurde dann nach Protesten der Schüler, Eltern und Lehrer wegen Schülermangels geschlossen. Bis zur Weiternutzung stand das Gebäude dann leer, wurde aber zwischenzeitlich weiter in Stand gesetzt.

Die Große Stadtschule wurde in den Jahren von 2001 bis 2007 vom Potsdamer Abendgymnasium, der Abendschule Potsdam, genutzt. Diese Schule wurde im Jahr 1954 am Helmholtz-Gymnasium gegründet und war seit dem Jahr 1957 Teil der Volkshochschule. Vom Sommer 1993 bis 2001 nutzte die Einrichtung Räume in der Voltaire Gesamtschule.

Seit dem 1. August 2007 beherbergt die Große Stadtschule die Schule des Zweiten Bildungsweges Heinrich von Kleist, die aus dem Potsdam-Kolleg und dem Potsdamer Abendgymnasium hervorgegangen ist.

Weblinks