Frieseke & Höpfner

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Das Werk der Firma Frieseke & Höpfner wurde Anfang der 1930er Jahre in der Großbeerenstraße 105 - 119 gegründet. Unter diesem Namen firmierte der Betrieb aber erst seit 1939.

Gründer des Werkes waren Karl Roth und Heinrich Meyer-Lomax. Daraus ergab sich der ursprüngliche Name der Firma: Romeylowerk. Produziert wurden feinmechanische Geräte der drahtlosen Nachrichtentechnik. Hauptauftraggeber war in erster Linie die Reichspost. Das florierende Unternehmen wurde schon in den Anfangsjahren extrem erweitert. In den beiden Jahren von 1934 bis 1936 mußte die Belegschaft mehr als verfünffacht werden – auf 370 Mitarbeiter. Auch die Entwicklungsabteilung des Werkes leistete seinen Beitrag zum Erfolg des Betriebes. Durch viele neuartige Patente wurde das Luftfahrtsministerium auf das Nowaweser Unternehmen aufmerksam. Es dauerte nicht lange, und das Reichsluftfahrtsministerium wurde neuer Hauptauftraggeber.


Das Jahr 1936 brachte einschneidende Änderungen für die Firma. Unter dem Vorwurf die Produkte zu teuer zu verkaufen und somit das Deutsche Reich zu schädigen wurden die Gesellschafter Roth und Meyer-Lomax verhaftet und zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Das Unternehmen wurde mittels Konkursverfahren enteignet und ging in eine Auffanggesellschaft auf, der Gerätebau GmbH Babelsberg. Hans Frieseke und Friedrich Höpfner – beide aus der Führungselite der Dessauer Junkerwerke – erhielten im Jahr 1939 den Auftrag die Gerätebau GmbH zu erwerben und zu führen. Die Produktion umfaßte Notsender, Antennenanlagen, Peilanlagen und weitere Technik für den Funkverkehr in der Luft. Um die Aufträge des Reichsluftfahrtsministeriums erfüllen zu können wurde ein zweites Werk in Breslau (heute Wroclaw/Polen) errichtet. Die Zahl der Mitarbeiter stieg bis zum Jahr 1943 auf 2.350 in Babelsberg und 1.775 in Breslau an. Die meisten Beschäftigten waren aber Zwangsarbeiter aus Osteuropa. Diese wurden in werkseigene Zwangsarbeitslager untergebracht, die sich unter anderem in der Großbeerenstraße 215/219 bzw. in der Großbeerenstraße 237 befanden.


Im Frühjahr 1945 setzten sich Frieseke und Höpfner nach Erlangen, in den Westen Deutschlands ab und gründeten - ungeschoren wegen der Ausnutzung der Sklavenarbeit – eine neue Firma. Das Betriebsgelände in Babelsberg wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Karl-Marx-Werk II weitergenutzt.