Dampfmaschinenhaus vom Park Sanssouci

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Moschee: Wasserwerk Sanssouci, Vorderansicht Breite Straße; 2006

Das ehemalige Dampfmaschinenhaus vom Park Sanssouci – umgangssprachlich auch kurz Pumphaus oder Moschee genannt – ist ein historisches Maschinenhaus in der Breiten Straße Nummer 28, direkt an der Neustädter Havelbucht. Das Maschinenhaus versorgt heute mit elektrischen Pumpen das Wasserbecken auf dem Ruinenberg, für die Wasserfontänen im Park Sanssouci.

Geschichte

König Friedrich Wilhelm IV. ließ seinen Hofarchitekten Ludwig Persius hier seine Vorliebe für das Orientalische ausleben. Das in den Jahren 1841 bis 1843 errichtete Maschinenhaus, im Stil einer maurischen Moschee, bildet die äußere Hülle für eine dampfgetriebene Pumpe. Der 38 Meter hohe Schornstein wurde dabei als Minarett gestaltet. Mit dem Pumpwerk gelang es erstmals, die Fontänen im Park Sanssouci kontinuierlich mit dem Wasser der Havel zu speisen. Angetrieben wurde die Pumpe von einer 80 PS (≈ 59 kW) starken Zweizylinder-Dampfmaschine von Borsig, die bis heute als Museumsstück erhalten blieb. Die Maschine befindet sich in einer Kuppelhalle, die der Moschee in Cordoba (Spanien) nachempfunden ist.

Mit der Inbetriebnahme des Pumpwerks gelang es nach zahlreichen erfolglosen Versuchen endlich, Wasser zum Ruinenberg zu leiten, um aus dem dortigen Bassin die Fontänen von Sanssouci zu speisen.

Die Moschee ist heute noch in Betrieb. Sie wurde 1980-1981 rekonstruiert und dabei auch das durch Artilleriebeschuss zerstörte gusseiserne Minarett, das den Schornstein verziert, wieder herzustellen. Für die Wasserversorgung der Fontänen sorgen inzwischen allerdings zwei Elektromotoren, die in der Saison täglich 16 Stunden laufen und das Wasserbecken auf dem Ruinenberg auffüllen. Gepumpt wird hauptsächlich nachts, weil da der Strom billiger ist. Die noch erhaltene Dampfmaschine wird nun lediglich bei Führungen eingeschaltet und dann ebenfalls elektrisch angetrieben.

Für den Bau wurden widerstandsfähige hartgebrannte rote und gelbe Klinker verwendet, die mit einem Anstrich aus heißer Ölfirnis eingefärbt wurden.

In unmittelbarer Nachbarschaft der Moschee befand sich ab 1749 ein königliches Bauhofdepot, auf dem die mit Schiffen für den Bau der Schlösser und der Stadt herangeschafften Materialien zwischengelagert wurden.

Weitere Bilder

Quellen

  • Dampfmaschinenhaus (Moschee) – Seite bei der ARGE Schlössernacht II
  • Dampfmaschinenhaus – Seite bei Potsdam.de
  • Waltraud Volk: Potsdam Historische Straßen und Plätze heute, VEB Verlag für Bauwesen, Berlin 1988, ISBN 3-345-00050-4, S. 144