Chinesisches Haus

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Das chinesische Teehaus, im Sommer 2008

Das Chinesische Haus, auch Chinesisches Teehaus genannt, befindent sich im Park Sanssouci. Das Gebäude diente ursprünglich ausschließlich als schmückende Gartenarchitektur sowie gelegentlich als exotische Kulisse für kleinere Festlichkeiten und ist heute eines der bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Parks.

Der Gartenpavillon entstand auf einem kleeblattförmigen Grundriß, das dem Vorbild Maison du trefle – ein Pavillon in Frankreich – nachempfunden wurde.

Bezeichnung

„Die zeitgenössischen Bezeichnungen Chinesisches, Sinesisches oder Japanisches Palais, Haus, Tempel, Pagode wechselten einander ab; […]. Die bekannteste Bezeichnung »Teehaus« ist historisch nicht belegbar.“ (siehe: „Das Chinesische Haus“ von Marion Dreger, in: „Potsdamer Schlösser und Gärten. Bau- und Gartenkunst vom 17. bis 20. Jahrhundert“, Generaldirektion der Stiftung Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci; Potsdam 1993, S. 119)

Die Bezeichnung „Chinesisches Teehaus“ für diesen Pavillon war nur von den 1940er-Jahren bis Anfang 1990 üblich. (siehe: „China in Sanssouci? Die Chinamode in friderizianischer Zeit und deren Rezeption durch Friedrich II.“ von Gerhild Komander)

Dennoch wird der alte Begriff Chinesisches Teehaus im Potsdamer Raum noch Jahrzehnte im Sprachgebrauch sein.

Geschichte

Das Chinesische Teehaus entstand in den Jahren von 1755 bis 1764. Die lange Bauzeit resultiert aus der Unterbrechung der Bauarbeiten während des Siebjährigen Krieges. König Friedrich II. beauftragte den Baumeister Johann Gottfried Büring mit der Planung des Pavillon. Dazu entwarf der König entsprechende Skizzen, die der damaligen „Chinamode“ entsprach, also eine Mischung des Rokokos und Teilen ostasiatischer Bauformen. Ein weiters Beispiel für diese Bauform ist das Drachenhaus, am nördlichen Rand des Parks.

Architektur

Von dem runden Zentralbau gehen drei Kammern ab, zwischen denen sich Freiräume befinden. Die Freiräume werden von jeweils vier Sandsteinsäulen gefüllt. Diese vergoldeten „Palmsäulen“ – eine Arbeit des Bildhauers Johann Melchior Kambly – tragen das zeltartige Kupferdach. Die an den Säulen sitzenden und an den Außenwänden der Kammern stehenden, ebenfalls vergoldeten, Sandsteinplastiken sind Arbeiten aus dem Hause Johann Peter Benkert und Gottlieb Heymüller. Die rundbogigen Fenster, die Fenstertüren und die ovalen Fensteröffnungen des Tambours – dem runden Dachaufsatz – ermöglichen eine Lichtdurchflutung der Innenräume.

Die Wand des Innenraumes mit grünem Stuckmarmor überzogen. Die musizierenden Äffchen, die Kerzenhalter, die Konsolen und der von der Kuppel herabhängende Kronleuchter wurden mit Blattgold belegt. Die Deckenmalereien des Innenraumes und der Freiräume im Außenbereich stammen von Thomas Huber. Sie zeigen chinesische Menschen, die von Buddhafiguren, Papageien und Affen umgeben sind. Die Wände der drei Kammern, die vom Hauptraum abgehen wurden mit Seide bespannt, welche mit einem Blumendekor verziert wurde. Der Stoff wurde – einer Anordnung Friedrichs II. entsprechend – in preußischen Seidenfabriken hergestellt.

Weitere Bilder

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