Bildergalerie im Park Sanssouci

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Die Bildergalerie, 2009

Die Bildergalerie im Park Sanssouci befindet sich östlich von Schloss Sanssouci. Sie sollte als architektonisches Gegenstück zu den Neuen Kammern errichtet werden. Wie an anderen europäischen Höfen war eine eigene Bildergalerie ein wesentliches Element fürstlicher Selbstdarstellung. Friedrich II. gab damals zur Unterbringung von Teilen seiner Gemäldesammlung diesen seperaten Bau in Auftrag. Er sollte sich in unmittelbarer Nähe seines privaten Refugiums Schloss Sanssouci befinden. Johann Gottfried Büring errichtete den langgestreckten Galeriebau zwischen 1755 und 1764.

Die Fassade wirkt im Gegensatz zu den prachtvoll gestalteten Innenräumen vergleichsweise schlicht. Der Innenraum ist dem Zeitgeschmack Friedrich II. entsprechend, sehr kostbar dekoriert: vergoldete Ornamente an Wänden & Decken und glänzende Fußböden aus gelbem und weißem Mamor aus Italien. Die zwei Galeriesäle verbindet ein Kuppelsaal. Der Boden des überkuppelten Mittelsaales besteht aus farbigen Steinintarsien. In dem Raum befinden sich auch antike & barocke Skulpturen. Im anschließenden Kabinett werden kleiner formatige Werke ausgestellt.

Der König sammelte zunächst Werke zeitgenössischer französischer Maler für seine privaten Räume. Ab den 1750er Jahren veränderte sich der Schwerpunkt seiner Sammlung: Es kamen nun Werke der Hochrenaissance, des Manierismus und des Barock hinzu. Es handelte sich meist um Gemälde flämischer und italienischer Künstler. Für diese Werke war das „neue“ Gebäude in Park Sanssouci gedacht. Heutzutage sind auch noch Gemälde aus anderen preußischen Schlössern in der Gemäldegalerie zu sehen. Neben den Werken von Peter Paul Rubens zählen auch Caravaggios „Ungläubiger Thomas“ und van Dycks „Pfingstwunder“ zu den Höhepunkten. Im barocken Stil hängen die Gemälde dicht an dicht in kunstvoll geschnitzten und vergoldeten Rahmen.

Die Bildergalerie ist heute das älteste noch im Originalzustand erhaltene fürstliche Museumsgebäude in Deutschland. Auch Goethe wollte, laut seinem Tagebuch und als Verehrer Friedrich des Zweiten, während seines Besuches in Potsdam 1778 unbedingt die Gemäldegalerie im Park Sanssouci sehen. Die letzten umfassenden Restaurierungsarbeiten wurden 1996 abgeschlossen. Somit ist die gesamte Gemäldegalerie wieder in altem Glanz erlebbar. Sie ist allerdings nur während der Sommermonate – zwischen dem 15. Mai und dem 15. Oktober – geöffnet.

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