Sportpark Luftschiffhafen

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Der Sportpark Luftschiffhafen befindet sich in der Brandenburger Vorstadt von Potsdam, auf dem Gelände des ehemaligen Luftschiffhafens, in der Straße „Am Luftschiffhafen“ 2 - zwischen der Zeppelinstraße und dem Templiner See. Der etwa 30 Hektar große Park wird von der Luftschiffhafen Potsdam GmbH betrieben, die eine 100%ige Tochter der Pro Potsdam GmbH ist. Der Sportpark dient als Olympiastützpunkt, der bereits zu DDR-Zeiten Kinder und Jugendliche zu Sportgrößen herausbildete bzw. den Spitzensportlern optimale Trainingsbedingungen bot.

Zu dem Sportpark gehören das Stadion Luftschiffhafen, die neue MBS Arena, weitere Sport- und Trainingsplätze, die Sportschule Potsdam mit Mensa, eine Leichtathletikhalle und eine Schwimmhalle mit einem Hypoxie-Schwimmkanal. Desweiteren gibt es das denkmalgeschützte Regattahaus, den Musikpavillon, ein Ruderzentrum und ein Kanuzentrum.

Ein so genanntes Haus der Athleten wurde 1977 als Sportlerwohnheim erbaut worden. In dem Hochhaus können etwa 400 junge Sportlerinnen und Sportler untergebracht werden. Es dient auch als Unterkunft bei Trainingslagern und Lehrgängen. Es gibt außerdem das als Kanuscheune bezeichnete Haus der Vereine, in dem sich auch eine Gaststätte befindet.

Sportpark, 2010

Geschichte

Entstehung

Die „Hansa“ über dem Haupttor, im Jahr 1911

Im Jahr 1910 erwarb der Graf Ferdinand von Zeppelin das Gelände für den Luftschiffhafen von der Stadt. Ein Jahr später entstand der Luftschiffhafen und am 9. November 1911 landete hier das erste Luftschiff, die LZ 10 „Schwaben“. Im Jahr 1912 wurde hier die größte Luftschiffhalle von Deutschland errichtet. Ab dem Jahr 1914 wurden die ersten Luftschiffe für den Krieg gebaut. Im Jahr 1917 wurde die Produktion bereits wieder eingestellt und im Jahr 1920 die Halle aufgrund des Versailler Vertrages abgerissen.

Die Stadt kaufte im Jahr 1924 das Gelände zurück, um den Sportplatz „Luftschiffhafen“ zu entwickeln. Nach den Plänen des Stadtgarten-Direktors Hans Kölle wurde darauf hin ein Land- und Wassersportplatz errichtet. Zum Ausbau gehörte das Stadion mit einem Tribünenbau des Stadtarchitekten Reinhold Mohr, Bootshäuser, ein Yachthafen und ein Strandbad. Das etwa 25 Hektar große Grundstück am Templiner See ist ideal für den Wassersport geeignet. Eine von Start bis Ziel gut einzusehende Regattastrecke mit drei Bauten von Reinhold Mohr trugen zur schnellen Entwicklung des Geländes bei. Zu den Bauten gehörten das 1925 im Stil der Moderne errichtete Regattahaus, der Musikpavillon (1932) und der 1937 im Heimatstil gebaute Seekrug.

Nachkriegszeit

Am Luftschiffhafen trainierten ab dem Jahr 1952 die Sportler der Kasernierten Volkspolizei und später die der NVA. In dieser Zeit entstand auch die ASK Vorwärts Potsdam. Aus den Anfangsjahren des Sports sind noch das Stadion Luftschiffhafen und das Regattahaus erhalten.

Ende 1970 entstand auf dem Gelände des Luftschiffhafens die Kinder- und Jugendsportschule (KJS) Potsdam. Für diesen Zweck wurden ein Internat mit angrenzender Mensa und ein Schulgebäude errichtet. Mit der Zeit entstanden dort eine Schwimm- sowie eine Leichtathletikhalle.

Nach der Wende

Seit den 1990er Jahren dient das Stadion auch als Trainingsplatz für den Fanfarenzug Potsdam, der sich dort auf internationale Wettkämpfe vorbereitet.

Im Jahr 2006 wurde das Stadion saniert, um optimale Trainingsbedingungen für die Ukrainische Nationalmannschaft während ihrer Vorbereitung auf die Fußballweltmeisterschaft zu gewährleisten. Der Leichtathletikcharakter des Stadions Am Luftschiffhafen wurde aber erhalten. Hier hat der leichtathletische Leistungssport auch weiterhin sein Wettkampf- und Trainingsdomizil.

Anfang 2006 wird das Gelände zu einem Zentrum für den Leistungs- und Freizeitsport entwickelt. Die Nutzer sind unter anderem der Olympiastützpunkt Potsdam, der Sportclub Potsdam, Landessportverbände und die Sportschule mit Internat. Der Olympiastützpunkt trainiert in Zusammenarbeit mit den Leistungszentren der Bundesländer Spitzensportler in den Schwerpunktsportarten Kanu-Rennsport, Rudern, Leichtathletik, Schwimmen und an einer Außenstelle in Luckenwalde Ringen.

Außerdem stellt der Luftschiffhafen Trainingsplätze für den Vereins- und Studentensport zur Verfügung. Deshalb wird offiziell von einem Sport- und Freizeitpark gesprochen, was aber nicht ganz den Kern der Sache trifft.

Die Trainingsstätten am Luftschiffhafen haben maßgeblich zum Ruf Potsdams als Sportstadt beigetragen. Das war zu DDR-Zeiten so, als dort der Armeesportklub ASK Potsdam ansässig war, und gilt bis heute. Sechs Athleten holten bei der Olympiade in Athen 2004 Gold. Es gab einmal Silber und Bronze für die Deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen, in der sechs Potsdamerinnen dabei waren.

Im Jahr 2011 wurde eine neue Mehrzweckhalle zwischen dem Stadion und dem historischen Haupteingang errichtet und mit der bereits vorhandenen Ballsporthalle verbunden. Die Halle ist Trainingsstätte für die 600 Schüler der Eliteschule des Sports. Sie bietet 2000 Zuschauern Platz. Zu den Nutzern zählen auch die Bundesliga-Volleyballerinnen des SC Potsdam, die Zweitliga-Mannschaft des Handballvereins VfL Potsdam, die Bundesliga-Judoka vom UJKC und die Fechter des OSC Potsdam.

Nutzer

Neben der Bedeutung als Olympiastützpunkt mit dem Olympischen Sportclub Potsdam nutzen folgende Vereine und Einrichtungen den Sportpark (Auswahl):

Siehe auch

Weblinks

Quellen

  • Thomas Sander: "Reinhold Mohr, ein Architekt der Moderne" in PotsdamLife Ausg.: 19/2010 S. 26; ISBN-Nummer: 978-3-00-028855-5
  • Sportpark Luftschiffhafen – offizielle Webseite
  • MBS Arena – offizielle Webseite