Orenstein & Koppel
Orenstein & Koppel (kurz „O&K“) war der Name eines Lokomotivbau-Unternehmens, welches seinen Sitz im Potsdamer Stadtteil Babelsberg, vom Bahnhof Drewitz bis zur Großbeerenstraße, hatte. Das Unternehmen hatte, bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges, deutsche Lokomotivbau-Geschichte geschrieben und wurde danach in den VEB Lokomotivbau „Karl Marx“ (Karl-Marx-Werk) umbenannt und umstrukturiert.
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Geschichte
Anfänge
Im Jahr 1876 schlossen sich die Unternehmer Arthur Koppel und Benno Orenstein zusammen, um Feld-, Klein- und Nebenbahnen zu produzieren, die in verschiedenen Wirtschaftsbereichen eingesetzt werden sollten. Ihre Märkische Lokomotiv Fabrik mit Produktionsorten in Schlachtensee und Tempelhof wurde bald zu klein, so dass ein neuer Standort gesucht und auf der Gemarktung von Neuendorf an der Eisenbahnlinie Berlin-Wetzlar gefunden wurde. Hier entstand dann eine moderne Fertigungsstätte der Firma Aktiengesellschaft für Feld und Kleinbahnbedarf vormals Orenstein und Koppel. Am neuen Standort wurden ausschließlich Lokomotiven produziert. Zentrum der Fabrik war ein kreisrunder Kuppelbau, der es erlaubte, die Lokomotiven in Fließfertigung herzustellen. Wegen ihres Aussehens wurde die Produktionshalle auch Zirkus genannt - sie ist heute ungenutzt, steht aber als Industriedenkmal unter Denkmalschutz. Das Gelände wurde in den Folgejahren mehrfach vergrößert. Es entstanden weitere Fertigungsanlagen, Büros, Lehrwerkstätten, Verwaltungs- und Sozialgebäude. Ein wichtiger Kunde war die Königlich-Preußische Eisenbahnverwaltung, die Großlokomotiven bestellte.
Die Weltkriege
Im Ersten Weltkrieg wurden auch Dampfwalzen und Signalanlagen hergestellt. Ab 1933 wurden auch Dieselloks gebaut. Das Werk wurde in die Kriegsvorbereitungen einbezogen. In den Mobilmachungsplänen war die Fabrik als Reserveproduzent für Granaten vorgesehen. In den Kriegsjahren wurden auch Teile für Panzer hergestellt. Die Belegschaft vergrößerte sich von 1936 bis 1944 von 1.600 auf 4.000, wobei auch viele Zwangsarbeiter darunter waren.
seit 1945
Am 25. April 1945 besetzten sowjetische Truppen Babelsberg. Am gleichen Tag wurde das Verwaltungsgebäude durch Brandstiftung teilweise zerstört. Ab dem 5. Mai wurde das Werk teilweise demontiert, die Demontage wurde jedoch am 15. Juni durch den Befehl der SMAD gestoppt. Ab 21. Juli 1945 produzierte das Werk wieder. Es wurden Waggons und Lokomotiven repariert, ab September 1945 auch Öfen und landwirtschaftliches Gerät. Die Produktionsstätte von Orenstein & Koppel in Babelsberg wurde im Oktober 1945 beschlagnahmt und am 15. Juli 1948 enteignet. Erster Großauftrag nach dem Krieg waren Projektierung und Bau einer Kesselschmiede in Leningrad. Ab dem 1. Mai 1947 wurden Schmalspurlokomotiven hergestellt. Seit dem 1. März 1948 hieß das Unternehmen VEB Lokomotivbau „Karl Marx“. Ab 1950 wurden die ersten Diesellokomotiven hergestellt, die damals 30 PS (≈ 22 kW) auf die Schiene brachten. Die letzte Dampflok wurde im Jahr 1960 hergestellt. Ab 1970 beendete die DDR die Produktion von Großdiesellokomotiven und setzte auf dem Reichsbahnnetz die Großlokomotive der Baureihe „V 200“ (später „BR 120“) ein, die wegen ihrer Herkunft auch Taigatrommel genannt wurde. Der VEB Klimatechnik Karl-Marx-Werk produzierte ab 1969 Klimablöcke. Die nächste Produktionsumstellung ließ nicht lange auf sich warten. Bereits Ende der 1970er Jahre rollten Autodrehkräne vom Band. Hergestellt wurden Kräne mit 7,5 und 12,5 Tonnen Tragkraft.
Weblinks
- Orenstein & Koppel – Artikel bei der Wikipedia
- Made in ... – Artikel bei der PNN, vom 3. April 2009