Leitbautenkonzept

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Das Leitbautenkonzept ist eine von den Stadtverordneten der Stadt Potsdam am 1. September 2010 getroffene Festlegung für die Wiederherstellung stadtbildprägender Gebäude im Umfeld des Alten Marktes. Dabei wurden für zehn Gebäude Regeln aufgestellt. Vorgesehen ist die weitgehend originalgetreue Rekonstruktion des Palais Barberini. Mit historischen Fassaden aufzubauen sind die Palazzi Chiericati, Pompei, Barbaran da Porto, der Plögersche Gasthof, sowie die Häuser Schwertfegerstraße 9 und Am Alten Markt 17. Für das Hotel Zum Einsiedler, das Haus Alter Markt 13 und zwei Häuser des Acht-Ecken-Hauses gelten veränderte Vorgaben, da die Unterlagen für eine historische Wiederherstellung nicht ausreichen. Auch ist auf Grund der Verkehrsführung der Friedrich-Ebert-Straße eine Verschiebung der Gebäude um einige Meter notwendig.

Inhaltsverzeichnis

Palasthotel

Das ehemalige Palasthotel ist kein Leitbau im eigentlichen Sinne. In der Humboldtstraße 1 und 2 errichtet Grundstückskäufer Kondor Wessels Holding GmbH ein Ärzte- und Bürohaus mit Restaurant auf der Wasserseite der Havel, Läden im Erdgeschoss und einer Tiefgarage. Das Gebäude ist als Büro- oder Ärztehaus konzipiert. Architekten sind das Büro Hilmer & Sattler und Albrecht.

Palazzo Pompei

Der Palazzo Pompei in der Humboldtstraße 3 wird von der Stadt an die Kondor Wessels Holding GmbH verkauft. Architekt Bernd Redlich errichtet das Vorderhaus mit historischer Fassade als Wohn- und Geschäftshaus. Es entstehen zwei Gewerbeeinheiten zur Straßenseite und Wohnungen in den Obergeschossen.

Palazzo Chiericati

Der Palazzo Chiericati, Humboldtstraße 4, wurde durch die Prinz von Preußen Grundbesitz AG gekauft. Architekten sind Eric van Geisten und Georg Marfels. Das Vorderhaus erhält eine hisorische Fassade. Es ist im Vorderhaus eine Wohn- und Geschäftsnutzung sowie in einem Gartenhaus eine Wohnnutzung geplant.

Palais Barberini

Das Palais Barberini, Humboldtstraße 5/6, wurde an die Barberini GmbH verkauft. Die Architekten des Büros Kaltenbach-Ganter, die bereits für den Erweiterungsbau des Hotels Bayerisches Haus verantwortlich zeichneten, haben den Umbau in ein Hotel der höheren Kategorie vorgesehen. Geplant sind 80 Zimmern und Suiten, Ladeneinheiten im Kopfbau sowie ein Café und ein Restaurant, ein Festsaal sowie Tagungs- und Veranstaltungsräume.

Brauerstraße

Die Häuser in der Brauerstraße sind nicht als Leitbauten deklariert. Drei Grundstücke wurden im Zusammenhang mit dem Leitbautenkonzept verkauft. Das Grundstück Brauerstraße 1 wird durch die Bürgerstadt AG errichtet und von den Architekten Dietz-Joppien geplant. Vorgesehen ist ein „Generationenhaus“ mit Wohnutzung von Vorder- und Gartenhaus.

Das Grundstück Brauerstraße 2 wurde durch die Lelbach GmbH Berlin Beteiligungs- und Beratungsgesellschaft gekauft. Prof. Franco Stella errichtet ein Wohnhaus mit Gartenhaus mit einem Kunstsalon und Café im Vorderhaus.

Erwerber des Grundstücks Brauerstraße 3 ist die Complan Kommunalberatung GmbH. Sie lässt die Architekten [Johanne|Johanne Nalbach]] und Gernot Nalbach ein Wohn- und Geschäftshaus errichten.

Schwertfegerstraße 9

Das Gebäude in der Schwertfegerstraße 9 ist ein Leitbau, der eines der Eckhäuser vom so genannten Acht-Ecken-Haus ersetzt. Diese baugleichen Gebäude bildeten mit ihren konkav geformten Ecken ein markantes Ensemble, das allerdings am 14. April 1945 beim Bombenangriff auf Potsdam zerstört wurde.

Die Gebäude wurden von 1771 bis 1774 errichtet. Sie tragen die Handschrift von Carl von Gontard bzw. dessen Schüler Georg Christian Unger. Nach dem Krieg war nur das schwer beschädigte Haus Schwertfegerstraße 7 stehen geblieben und wurde 1956/57 rekonstruiert. Dieses in der Sichtachse des Stadtschlosses liegende Haus hatte die am reichsten gestaltete Fassade. Die Ruine des Hauses Schwertfegerstraße 9 wurde 1948 abgebrochen. An der Stelle entstand ein Verwaltungsgebäude der Wasserwirtschaft, das 2011 abgerissen wurde. Mit dem Neubau werden zwei der vier Eckhäuser zu sehen sein.

Den Zuschlag für den Neubau hat die Bürgerstadt AG mít dem Architektenbüro Dietz-Joppien erhalten. Die Bürgerstadt AG will eine Bauherrengemeinschaft für die Errichtung eines Musikerhauses gewinnen. Von den zehn Wohnungen sollen sieben mit einem schallisolierten Übungsraum ausgestattet sein. Im Erdgeschoss sind eine Gaststätte und ein Jazzclub vorgesehen.

Quellen