Krongut Bornstedt
Das Krongut Bornstedt befindet sich im Potsdamer Stadtteil Bornstedt, in der Ribbeckstraße 6/7, in unmittelbarer Nähe des Parks von Sanssouci. Es gehört zum Weltkulturerbe.
Geschichte
Die Geschichte des Krongutes reicht weit zurück. Im Jahr 1157 erhielt Esicus de Burnenstede, ein Adliger aus dem Gefolge Albrechts I., nach Eroberung des Havellandes den Flecken als Lehen und benennt ihn nach seinem Geburtsort Burnstedt (Dorf an einem Brunnen) bei Eisleben im Harz. Um 1330 erichtet dann die Familie Gröben das Rittergut Bornstedt, von dem heute noch die alten Gewölbe im Herrenhaus, im Weinkeller, Zeugnis ablegen. 1689 entstand neben dem Herrenhaus eine Brennerei und später auch eine Brauerei, die allerdings 1841 wieder aufgegeben wurden. 1846 wurde das alte Krongut durch einen Brand zerstört. Lediglich ein Teil des Herrenhaus blieb erhalten. König Friedrich Wilhelm IV. ließ noch im selben Jahr auf den Grundfesten des ehemaligen Rittergutes rund um das Herrenhaus ein italienisches Dörfchen errichten. Späteren Generationen des preußischen Adels diente das Gut dann als beliebter Landsitz. Vor allem das Kronprinzenpaar Friedrich Wilhelm und seine englische Frau Victoria brachten dem einfachen Bornstedter Dorfleben viel Sympathie entgegen. Es fanden ausgelassene Kinderfeste statt, an denen die Dorfjugend ebenso teilnahm wie die Kinder des Kronprinzenpaares. Daher bewirtschafteten die Hohenzollern den Hof ab 1867 als Mustergut, wo sie unter anderem Milchwirtschaft und Hühnerzucht betrieben.
Prinzessin Feodora (1847–1910), jüngste Schwester der Kaiserin Auguste Victoria (1858–1921), zog 1903 in das Krongut ein. Sie entwickelte Bornstedt zu einem Künstlerhof mit Schriftstellern, literarischen Zirkeln und Malern. Nach ihrem Tode blieb das Gut zunächst unbewohnt. Nach der Revolution von 1918 wurde das Krongut Bestandteil des Reichswehrfiskus, der die Interessen der einstigen Hofkammer wahrnahm. 1927 wurde das Herrenhaus in ein Wohnhaus für vier Familien umgewandelt und dazu entsprechend umgebaut.
Nach 1945 wurde Kronprinz Wilhelm von Preußen (1882–1951) noch als Eigentümer geführt. Er war der älteste Sohn von Kaiser Wilhelms II. Das Krongut wurde durch die Rote Armee beschlagnahmt und später an das Land Brandenburg übergeben. Das Grundstück wurde für verschiedene Zwecke genutzt und mit Nebengebäuden bebaut, so dass der ursprüngliche Charakter verloren ging. Bis 1990 hatte das Bezirkskomitee für Landtechnik hier seinen Sitz.
Ab 1999 erfolgte die denkmalgerechte Restaurierung des Krongutes Bornstedt, seit 2002 wird es touristisch genutzt.
Weblinks
- Krongut Bornstedt – offizielle Webseite
- Krongut Bornstedt – Seite bei Potsdam.de
- Krongut Bornstedt – Artikel bei der Wikipedia
