Klein Glienicke
Klein Glienicke ist ein Stadtteil von Potsdam, welches vor seiner Eingemeindung ein selbständiges Dorf war.
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Geschichte
Klein Glienicke wurde erstmals im Jahr 1375, im Landbuch des Kaiser Karl IV., erwähnt.
In den Jahren zwischen 1863 und 1887 wurden hier zehn Schweizer Häuser, nach den Plänen des Architekten Ferdinand von Arnim, errichtet.
Im Jahr 1866 wurde der Bürgershof errichet. Um 1900 zählte das Gartenlokal zu den größten in Europa.
In den Jahren 1880 und 1881 wurde die kleine Kapelle Klein Glienicke errichtet (am Reformationstag 1881 eingeweiht).
Im Dezember 1900 wurde der Bau des Teltowkanals begonnen, woduch Klein Glienicke von Neubabelsberg abgeschnitten wurde. 1901 wurde dann eine hölzerne Brücke über den Kanal gebaut, die später Parkbrücke genannt wurde.
Im Jahr 1925 wurde die Gemeinde „Klein Glienicke“ offiziell in „Neubabelsberg“ umbenannt. Am 11. Mai 1938 wurde Klein Glienicke – zusammen mit dem Ort Neubabelsberg – in die Stadt Babelsberg eingemeindet.
Nach dem Bau der Berliner Mauer, im Jahr 1961, wurde Klein Glienicke weiter isoliert, was zu einer folgenschweren Inselsituation führte. Klein Glienicke gehörte zur damaligen DDR, das gleich dahinter befindliche Jagdschloß Glienicke zu West-Berlin. Klein Glienicke konnte von West-Berlin aus gar nicht und von Potsdam aus nur mit besonderem Passierschein betreten werden. Rund 500 Einwohner wohnten damals dort, wobei es sich um keine Enklave in Bezug auf West-Berlin handelte, da die Wasserflächen zu Potsdam und damit zur DDR gehörten.
Von der historischen Bausubstanz haben nicht alle Gebäude diese Zeit überstanden. Sie wurden durch Leerstand und Verwahrlosung in ihrer Substanz geschädigt und später abgerissen. So war beispielsweise die Kapelle zum Zeitpunkt der Wende dem Einsturz sehr nahe, da sie innerhalb des Grenzgebietes dem Verfall preisgegeben war. Nach einer umfangreichen Sanierung und Restaurierung, in den Jahren 1993 bis 1999 für etwa 2,4 Millionen Deutsche Mark, wurde sie wieder in den Zustand von 1881 hergerichtet. 1999 finanzierte ein Berliner Ehepaar eine neue Orgel, welche die in Potsdam am Bassinplatz ansässige Firma Alexander Schuke Potsdam Orgelbau baute. In der Kapelle finden heutzutage regelmäßig kostenlose Konzerte statt.
Weitere Details
Der Ortsteil Klein Glienicke ist der einzige Teil von Potsdam, der auf dem nördlichen Ufer des Teltowkanals liegt. Es liegt am südwestlichen Teil der Insel Wannsee in Berlin-Wannsee am Fusse des Böttcherberges. Man erreicht ihn über die Allee nach Glienicke und die Lankestraße mit der Parkbrücke, einer ehemaligen Holzkonstruktion (die ursprünglich nur als Fußgängerbrücke geplant war) und daher über eine Ampel nur wechselseitig für den Fahrzeugverkehr freigegeben wird oder von der Berliner Königstraße aus.
Weblinks
- Klein Glienicke – Artikel bei der Wikipedia
Quellen
- Bestände eingemeindeter Ortschaften – Seiten-Abschnitt beim Stadtarchiv Potsdam; Stand: 30. April 2010
- Chronik – Seite bei der Feuerwehr Potsdam - Babelsberg - Klein Glienicke; Stand: 30. April 2010