Henri Alexande de Catt
Henri Alexande de Catt (1725 - 1795) war der Privatsekretär und Vorleser von Friedrich dem Zweiten.
Geschichte
De Catt war der Sohn eines Süßwarenhändlers. Er studierte an mehreren Universitäten Philosophie und Theologie und war Hauslehrer in den Niederlanden. Bei einer Reise im Jahr 1755, die Friedrich II. inkognito unternahm, trafen sich beide zufällig. Beide diskutierten über Politik, Literatur, Philosophie und Glauben. Dabei vertrat de Catt offen seine Meinung und widersprch dem unerkannten König öfters. Sechs Wochen später holte Friedrich den jungen, wortgewandten und gebildeten de Catt mittels einen persönlichen Brief an den Potsdamer Hof. De Catt wurde ein enger und auch intimer Gesprächspartner, der das volle Vertrauen des Königs besaß und dessen Privatsekretär und Vorleser wurde. Die gegenseitige sehr gute Beziehung der Beiden stand jedoch auf tönernden Füßen, da de Catt dem König auch kritisch gegenüber stand und dies auch offen äußerte. Letztlich fiel de Catt im Jahr 1780 in Ungnade. Dennoch durfte er am Hofe Friedrichs bleiben.
Seit 1760 war Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften und schönen Künste. De Catt heiratete im Jahr 1762 die Tochter eines preußischen Konsuls, Ulrike Kühn. Seit 1773 wohnte die Familie im Haus Am Kanal 5, in der heutigen Innenstadt, welches de Catt von Friedrich II. übertragen bekam.
Als herausragende Hinterlassenschaft de Catts gelten seine Tagebuchaufzeichnungen und Notizen aus den Jahren 1758 - 1762. Daraus stellte er nach dem Tode Friedrichs (1786) Memorien zusammen, die auf einem hohen literarischem Niveau standen. Veröffentlicht wurden diese jedoch erst über 100 Jahre später unter dem Titel "Unterhaltungen mit Friedrich dem Großen. Memoiren und Tagebücher von Heinrich de Catt" als 22. Band der Publikation aus dem Preußischen Staatsarchiv.
Nach dem Tode de Catts im Jahr 1795 wurde er auf dem Friedhof Bornstedt beigesetzt.
Quellen
- Henri Alexandre de Catt - Seite der Französisch-Reformierten Gemeinde in Potsdam