Armen- und Arbeitshaus

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Das Armen- und Arbeitshaus befand sich in derBerliner Vorstadt von Potsdam, in der Neuen Königstraße 129 (heute Berliner Straße). Zu diesem Haus gehörte auch ein Hospital. Die noch vorhandenen Gebäude - das Pestkrankenhaus ist in seiner Außenansicht weitestgehend erhalten - und das dazugehörige Gelände (u.a. der ehem. Pestfriedhof) gehören heute zum Klinikum Ernst von Bergmann.


Geschichte

Das erste Haus dieser Art war das Gertruds-Hospital in der heutigen Henning-von-Tresckow-Straße. Es wurde von Mauritius Schönow im Jahr 1486 gegründet. Hier fanden Potsdamer Bürger aus ärmlichsten Verhältnissen Aufnahme und wurden Versorgt. Zu ihrm Unterhalt sollten sie selbst beitragen. Dazu wurde ihnen das Recht des Bettelns ("einsammeln von milden Gaben") genehmigt, was in Potsdam streng verboten war. Als das Gertruds-Hospital im Jahr 1662 zum dritten Mal abbrandte, wurde es nicht wieder aufgebaut. 14 Jahre später wurde vor dem Berliner Tor ein neues Armenhaus eingerichtet.

Im Jahr 1756 entstand in der Neuen Königstraße 129, auf dem Gelände des baufällig gewordenem Armenhaus, ein Pestkrankenhaus. Daran angeschlossen war auch ein Pestfriedhof. Bereits im Jahr 1773 erfolgte der Um- und Ausbau zu einem Armen- und Arbeitshaus mit Hospital. Im Jahr 1790 eine reine Frauenklinik gebaut, dem ebenfalls ein Arbeitshaus angeschlossen war (heute Gebäude P). Es folgten weitere An- und Ausbauten, durch die das Hospital ständig erweitert wurde und die Aufgabe des Armenhauses zurück gedrängt wurde.

Zu DDR-Zeiten gehörte die Frauenklinik zum Bezirkskrankenhaus Potsdam und wurde als Entbindungsstation genutzt.

Quellen

  • Klinikum Ernst von Bergmann - offizielle Webseite
  • potsdam.de - Beiträge zur Statistik und Stadtforschung
  • „1000 Jahre Potsdam, Blätter aus der Stadtgeschichte, Teil I“; Herausgeber: Rat der Stadt Potsdam; 1987; FG 010/001/88